Der Glaube, dass ein brav leer gegessener Teller Einfluss auf die meteorologische Entwicklung haben könnte („Wenn du alles aufisst, dann gibt es morgen gutes Wetter“) beruht auf einem Übersetzungsfehler. Auf Platt pflegte man nämlich zu sagen: „Un wenn du allens opeeten dost, dann gifft et morgen wat goods wedder“ Übersetzt heißt das: „Wenn du alles aufisst, dann gibt es morgen wieder was Gutes!“ Denn wo nichts übrigbleibt, da gibt es auch nichts aufzuwärmen, folglich wird am folgenden Tag eine neue Mahlzeit zubereitet, und Frisches schmeckt bekanntlich besser als Aufgewärmtes, daher darf man sich auf etwas Gutes freuen. Wenn dann auch noch die Sonne scheint, hat man doppelten Grund zur Freude, auch wenn das eine mit dem anderen nichts zu tun hat, denn zwischen Himmel und Teller besteht kein Zusammenhang. aus dem aktuellen Zwiebelfisch
…von wegen immer schön aufessen…
April 2, 2009 von Stephanie